Geschichte
Als die Musikfreunde Heinz Martin und Claus Rauschenbach 1972 ausgerechnet in der Revierstadt Duisburg unter dem programmatischen Namen KALACAKRA das Album CRAWLIN TO LHASA veröffentlichten, bewegten sich beide, gewollt oder ungewollt im musikalischen Umfeld damals populärer Underground-Gruppen wie Amon Düül, Guru Guru, oder auch Popul Vuh. Den eigenwilligen Sounds dieser Band mit ihrem Mix aus
Rock, Psychedilic, Folk und Ethno-Klängen blieben auch KALACAKRA (Das Rad der Zeit) locker verbunden, wobei nicht nur im Bandnamen Einflüsse tibetisch-indischer, jedenfalls östlicher Musik im Vordergrund standen. Wenn auch zur Hochzeit des German Underground entstanden, sah sich der Kopf und Multiinstrumentalist von KALACAKRA Heinz Martin, doch vor allem musikalischen Einflüssen verpflichtent, wie sie etwa durch den Amerikaner Paul Horn oder den Sitar-Virtuosen Ravi Shankar repräsentiert wurden.
“Crawling to Lhasa” entstand in Düsseldorfer Studio von Willy Neubauer, der unter anderem auch für Kraftwerk gearbeitet hatte. Während Claus Rauschenbach Akustikgitarre, Congas, Mundharmonika und Gesang beisteuerte, spielte Heinz Martin auf der damals üblichen Achtspur-Bandmaschine die Tracks mit elektrischen Gitarren, Vibrphon, Querflöte, Violine, Cello, Schalmei und einem arabischen Saiteninstrument ein.
Martin spielte hier auch erstmals den in Europa noch wenig verbreiteten Mini-Moog-Synthesizer; zu hören auf dem Stück “Raga No. 11″.
Die Studioaufnahmen entstanden an nur zwei Tagen.
Rauschenbach wie Martin waren Autodidakten. Heinz Martin brachte immerhin eine zehnjährige Erfahrung als Bühnenmusiker mit, hatte in wechselnden Bands vor allem Sixties-Soul- und R&B-Repertoire gespielt. KALACAKRA waren nie als Band geplant, sondern entsprangen mehr dem damals verbreiteten Session-Gedanken, der spontan und situativ geprägt war.